Ex-Clannad-Vokalistin Enya war als Lieferantin für das Titelstück zum Herrn der Ringe und den Abspann-Song aus mehreren Gründen erste Wahl. Bereits ihre CD Shepherd Moons (1991) enthält ein, dem verzauberten Königreich Lothlorien gewidmetes, gleichnamiges Instrumental, zu dem sie durch J.R.R. Tolkiens Kult-Trilogie inspiriert worden ist. Ferner besitzt ihr sphärischer, kunstvoll gewobener Celtic-Sound genau jene gefühlvolle Magie, welche optimal geeignet ist zur Untermalung einer in Mittelerde spielenden Geschichte voller Zwerge (Hobbits) und anderer Phantasiegeschöpfe. Interessant: In “The Council Of Elrond” und der Hit trächtigen Ballade “May It Be” konzentriert sich die Irin ausschließlich auf den Gesang und zeigt, dass sie selbst inmitten eines großen Orchesters anstatt der für sie typischen Synthi-Schleier ihren eigenen, soften Stil zu transportieren versteht!

Den Score steuerte Howard Shore bei. Der Mitstreiter von David Cronenberg (Die Fliege) hat schon in Das Schweigen der Lämmer, Sieben oder The Cell den archetypischen Kampf zwischen Gut und Böse in Noten gefasst. Für den ersten verfilmten Band des bereits 1954 erschienenen Dür den Herrn der Ringe studierte er nicht nur den Millionenseller, ließ sich davon inspirieren und komponierte parallel zum Lesen, sondern kooperierte auch eng mit den beiden Drehbuchautoren. Sein Ziel: Die größtmögliche Harmonie zwischen literarischer Vorlage, ihren Charakteren, Lebensumfeld und der Musik! Shore versuchte zudem zu ergründen, wie die Musik vor 7.000 Jahren in Mittelerde geklungen haben könnte. Deshalb hörte er sich die unterschiedlichste Folklore des 8. und 9. Jahrhunderts an, was starke Auswirkungen auf die Instrumentals des Kanadiers hatte.

Aufgenommen wurde ein Teil des Scores zu dem 165-minütigen Epos dort, wo der vor allem durch Horrorfilme bekannt gewordene Regisseur Peter Jackson (Dead Alive) die 270 Millionen Dollar teure Produktion gedreht hatte: In Neuseeland. Die Town Hall der Hauptstadt Wellington wurde zum Tonstudio umfunktioniert, in dem das 96-köpfige New Zealand Symphony Orchestra und ein 50 Personen starker polynesischer Männerchor Platz nahmen. Den Rest, an dem The London Philharmonic Orchestra, zwei Chöre und die Sängerin Elizabeth Frazer (ehemals The Cocteau Twins) beteiligt waren, schnitten Techniker in England mit. Das Ergebnis erinnert von seiner Komplexität her an eine große Oper, überrascht mit abwechslungsreichen Stimmungsbildern zwischen kraftvoll-laut und verspielt-leise, atmosphärisch und aufwühlend, fröhlich und Furcht erregend. So wird binnen 71 Minuten die Story des ersten Bandes musikalisch vielfältig nacherzählt!

Da Der Herr der Ringe die erste Produktion der Kinogeschichte darstellt, von der alle drei Teile am Stück verfilmt worden sind, konnte Shore nach einjähriger Arbeit an Teil eins gleich die Folge-Aufträge angehen: Die zwei Türme und Die Rückkehr des Königs. –Thomas Hammerl

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